stichsäge-vergleich.de

Stichsägeblatt-Bezeichnungen entschlüsselt

Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2026 · Redaktion stichsaege-vergleich.de · Lesezeit ca. 9 Minuten

Auf jedem Stichsägeblatt steht ein Code wie T 101 BRF. Er sieht aus wie eine Artikelnummer, ist aber eine vollständige Beschreibung des Blatts: Aufnahme, Bauform, Zahnteilung, Sonderform und Blattmaterial. Wenn du diesen Code lesen kannst, findest du in jedem Baumarktregal in dreißig Sekunden das richtige Blatt – und kaufst nie wieder eines, das nicht passt.

Aufbau eines Stichsägeblatts und Bedeutung des Codes Ein Stichsägeblatt in Seitenansicht mit T-Schaft links, Blattkörper und Zahnung. Bemaßt sind die verzahnte Länge und die Zahnteilung. Darunter ist der Beispielcode T 101 BRF in seine fünf Bestandteile zerlegt: T steht für den T-Schaft, 101 für die Bauform, B für die Zahnteilung, R für rückwärts gerichtete Zähne und F für Bi-Metall als Blattmaterial. verzahnte Länge (z. B. 74 mm) Zahnteilung Abstand von Zahn zu Zahn in mm SO LIEST DU DEN CODE T 101 B R F T = T-Schaft Einnockenschaft, heutiger Standard 101 = Bauform Blattreihe: Länge, Breite, Zahngeometrie B = Zahnteilung A fein · B mittelfein · C mittel · D grob R = rückwärts Zähne zeigen nach unten – ausrissfreie Oberseite F = Bi-Metall Blattmaterial: HCS · HSS · BIM · HM
Der Code T 101 BRF in seine Bestandteile zerlegt. Die Reihenfolge ist immer gleich: Schaftform, Bauform, Zahnteilung, Sonderformen, Blattmaterial.

1. Der erste Buchstabe: die Aufnahme

Der erste Buchstabe sagt, in welche Sägen das Blatt überhaupt passt. Das ist die Kompatibilitätsfrage Nummer eins und der häufigste Fehlkauf.

KürzelBezeichnungBedeutung
TT-Schaft, Einnockenschaft Heutiger Quasi-Standard. Eine seitliche Nocke, werkzeugloser Wechsel. Passt in praktisch jede Säge, die nach 2000 gebaut wurde.
UU-Schaft, Universalschaft Ältere Bauart mit U-förmiger Aussparung, wird mit einer Klemmschraube fixiert. Nur noch an alten Maschinen.
MFeinschaft (Makita-Schaft) Schmalere Sonderform bei einigen älteren Makita-Modellen und Feinschnittsägen.

Praktisch heißt das: Wenn du heute eine Säge kaufst, bekommst du T-Schaft. Wenn du eine geerbte Säge aus den Neunzigern in der Werkstatt stehen hast, schau nach, ob an der Aufnahme eine Schraube sitzt – dann ist es U-Schaft, und die Blattauswahl im Handel ist deutlich kleiner.

T-Schaft und U-Schaft im Vergleich Links ein Sägeblatt mit T-Schaft, auch Einnockenschaft genannt: Der Schaft hat eine seitlich vorstehende Nocke und wird werkzeuglos eingeklemmt. Das ist heute der Standard. Rechts ein Sägeblatt mit U-Schaft oder Universalschaft: Der Schaft hat eine U-förmige Aussparung und wird mit einer Klemmschraube befestigt. Diese ältere Bauart findet sich nur noch an alten Maschinen. Die beiden Aufnahmen sind nicht untereinander austauschbar. T-Schaft (Einnockenschaft) heutiger Standard · werkzeugloser Wechsel eine Nocke U-Schaft (Universalschaft) ältere Bauart · Klemmschraube nötig U-förmige Aussparung Ein T-Schaft-Blatt passt nicht in eine U-Schaft-Aufnahme und umgekehrt.
T-Schaft (links) mit einer seitlichen Nocke und U-Schaft (rechts) mit U-förmiger Aussparung. Die beiden Aufnahmen sind nicht untereinander austauschbar.

Ausführlich: T-Schaft, U-Schaft und was in deine Säge passt →

2. Die dreistellige Zahl: die Bauform

Die Zahl beschreibt die Bauform des Blatts – im Wesentlichen Länge, Breite und die grundsätzliche Zahngeometrie. Sie ist keine Materialangabe, auch wenn das häufig behauptet wird. Die erste Ziffer hängt eng mit der Blattlänge zusammen:

Erste ZifferVerzahnte LängeTypische Vertreter
1xxca. 56–77 mm T 101 B, T 144 D, T 118 A – die Standardlänge für Material bis etwa 50 mm
2xxca. 56–91 mm T 244 D, T 218 A, T 227 D – überwiegend Kurvenvarianten mit schmalerem Blattrücken
3xxca. 91–126 mm T 308 BF, T 318 A, T 344 D – lange Blätter für dickes Material
7xxca. 154 mm T 744 D, T 718 BF – Extralängen für Bauholz und Sandwich-Material

Die Längen-Faustregel

Die verzahnte Länge muss deutlich größer sein als das Material dick ist – als Richtwert mindestens Materialstärke plus die Hublänge deiner Säge (meist 18 bis 26 mm). Sonst verlässt das Blatt im unteren Umkehrpunkt das Material nicht und der Span wird nicht ausgeworfen.

3. Der Buchstabe nach der Zahl: die Zahnteilung

Hier steckt die eigentliche Musik. Der Buchstabe steht für die Zahnteilung, also den Abstand von Zahnspitze zu Zahnspitze. Je kleiner die Zahnteilung, desto feiner und langsamer der Schnitt.

BuchstabeZahnteilungCharakterBeispiel
Aca. 1,2–2,0 mm sehr fein, langsam, sehr sauberT 101 AO, T 118 A
Bca. 2,0–2,7 mm fein, guter KompromissT 101 B, T 118 B
Cca. 3,0 mm mittel, zügigT 111 C, T 301 CD
Dca. 4,0–5,2 mm grob, schnell, raue KanteT 144 D, T 127 D

Bei manchen Metallblättern taucht zusätzlich ein E auf (zum Beispiel T 118 EOF). Es bezeichnet eine besonders feine Ausführung im Metallbereich.

Merksatz

A ist fein, D ist derb. Wenn du vor dem Regal stehst und dich zwischen T 101 B und T 144 D entscheiden musst: B für die Sichtkante, D wenn es nur schnell weg muss.

4. Die Zusatzbuchstaben: Sonderformen

Alles, was danach kommt, beschreibt Besonderheiten. Diese Buchstaben lassen sich kombinieren – deshalb gibt es Codes wie T 101 BRF (rückwärts gezahnt und Bi-Metall).

KürzelBedeutungWozu
Oschmaler Blattrücken Für Kurvenschnitte. Das Blatt verkantet in engen Radien nicht. Beispiel: T 101 AO
Rrückwärts gezahnt (Reverse) Zähne zeigen nach unten, das Blatt schneidet im Abwärtshub. Ergebnis: ausrissfreie Oberseite. Beispiel: T 101 BR
FBi-Metall (BIM) Verbund aus zähem Trägerstahl und harten HSS-Zähnen. Bricht seltener, hält länger. Beispiel: T 144 DF
Xprogressive Zahnteilung Zahnteilung wird von der Aufnahme zur Spitze hin gröber. Ein Blatt für einen breiten Materialstärkenbereich. Beispiel: T 234 X
PPräzision Auf Winkelgenauigkeit optimiert, dickerer Blattkörper. Beispiel: T 144 DP
FSfür Inox Speziell für rostfreien Edelstahl abgestimmte Zahngeometrie. Beispiel: T 118 GFS
HMHartmetallzähne Für abrasive Werkstoffe wie Gipskarton, Faserzement, GFK. Beispiel: T 141 HM
RiffHartmetallkörnung statt Zähnen Schleift statt zu schneiden – für weiche Wandfliesen. Beispiel: T 130 Riff

5. Das Blattmaterial: HCS, HSS, BIM, HM

Das Blattmaterial steht meist zusätzlich aufgedruckt und bestimmt, wie lange ein Blatt hält und woran es zugrunde geht.

KürzelWas es istStärkeSchwäche
HCSHochlegierter Kohlenstoffstahl Sehr flexibel, günstig, bricht kaum. Ideal für Weichholz und Kurven. Zähne werden in Hartholz, Spanplatte und allem Abrasiven schnell stumpf.
HSSSchnellarbeitsstahl Sehr harte Zähne, hitzebeständig. Für Metall und Kunststoff. Spröde. Bricht bei Verkanten oder seitlichem Druck ohne Vorwarnung.
BIMBi-Metall: HCS-Rücken, HSS-Zähne verschweißt Die Kombination aus beidem – flexibel und trotzdem standfest. Beste Allrounder. Zwei- bis dreimal so teuer wie HCS.
HM / HWHartmetall Extrem verschleißfest, für Gips, Faserzement, GFK, Keramik. Teuer und sehr bruchempfindlich bei seitlicher Belastung.

Wann sich Bi-Metall wirklich lohnt

Ein T 101 BF kostet ungefähr das Zwei- bis Dreifache eines T 101 B (Preisspanne je nach Anbieter, ca. 2–4 € pro Blatt, Stand Juli 2026 – maßgeblich ist der Preis beim Händler). In Weichholz merkst du davon wenig. In Buche, Eiche, MDF oder Spanplatte hält das Bi-Metall-Blatt ein Vielfaches länger und rechnet sich ab dem zweiten Projekt.

6. Vier Codes im Klartext

  1. T 101 B

    T = T-Schaft · 101 = kurze Standardbauform, verzahnte Länge 74 mm · B = feine Zahnteilung 2,7 mm · kein Zusatz = HCS-Stahl.
    Im Klartext: Das Standardblatt für saubere gerade Schnitte in Weichholz und Platten von 3 bis 30 mm. Wenn du nur ein einziges Blatt im Haus hast, ist es dieses.

  2. T 144 D

    T = T-Schaft · 144 = Standardlänge 74 mm · D = grobe Zahnteilung 4–5,2 mm, geschränkte Zähne · HCS.
    Im Klartext: Das schnellste Standardblatt. Frisst sich durch Weichholz von 5 bis 50 mm, hinterlässt aber eine sichtbar raue Kante. Für alles, was später verdeckt wird.

  3. T 101 BRF

    T = T-Schaft · 101 = Standardlänge · B = feine Zahnteilung 2,5 mm · R = rückwärts gezahnt · F = Bi-Metall.
    Im Klartext: Das Problemlöser-Blatt für beschichtete Platten, Laminat und Küchenarbeitsplatten bis 45 mm. Schneidet im Abwärtshub, deshalb bleibt die Oberseite ausrissfrei – und dank Bi-Metall überlebt es auch abrasive Beschichtungen.

  4. T 118 A

    T = T-Schaft · 118 = kurze Metallbauform, verzahnte Länge 67 mm · A = sehr feine Zahnteilung 1,1–1,5 mm, gewellt gefräst · HSS-Stahl.
    Im Klartext: Der Standard für dünnes Stahlblech von 1 bis 3 mm. Die feine Zahnteilung sorgt dafür, dass immer mehrere Zähne gleichzeitig greifen – ohne das würde sich das Blatt festhaken und brechen.

7. Die vollständige Übersicht

Alle gängigen Stichsägeblätter mit T-Schaft, sortiert nach Einsatzbereich. Zahnteilung und verzahnte Länge sind Herstellerangaben mit Stand Juli 2026. Bei Sortimentspflege können sich Werte ändern – im Zweifel auf der Verpackung nachsehen.

Tabelle seitlich scrollbar

Alle Stichsägeblätter mit T-Schaft im Überblick – Herstellerangaben, Stand Juli 2026.
CodeProduktlinieBlatt Zahnteilungverz. Länge EinsatzMaterialstärke
T 101 BClean for WoodHCS2,774Weichholz, Span-, Tischler- und Faserplatten; Kunststoffe bis 30 mm3–30
T 101 BRClean for WoodHCS2,574Weichholz, Platten, beschichtete Platten – saubere Oberseite · rückwärts gezahnt3–30
T 101 AOClean for WoodHCS1,456Weichholz, Sperrholz, beschichtete Platten – speziell für Kurvenschnitt · Kurven1,5–15
T 101 DClean for WoodHCS4–5,274Weichholz, Span-, Tischler- und Faserplatten10–45
T 301 CDClean for WoodHCS391Weichholz, Span-, Tischler- und Faserplatten · langes Blatt10–65
T 144 DSpeed for WoodHCS4–5,274Weichholz, Span-, Tischler- und Faserplatten – schneller Zuschnitt5–50
T 244 DSpeed for WoodHCS4–5,274Weichholz und Platten – speziell für Kurvenschnitt · Kurven5–50
T 344 DSpeed for WoodHCS4126dickes Bauholz, Weichholz, Platten · langes Blatt5–100
T 744 DSpeed for WoodHCS4154dickes Bauholz, Sandwich-Materialien · langes Blatt5–135
T 111 CBasic for WoodHCS374Weichholz, Span-, Tischler- und Faserplatten – schneller Schnitt4–50
T 119 BBasic for WoodHCS1,9–2,367Weichholz, Sperrholz, Span-, Tischler- und Faserplatten2–15
T 119 BOBasic for WoodHCS256Weichholz, Sperrholz, Platten – speziell für Kurvenschnitt · Kurven2–15
T 144 DPPrecision for WoodHCS474Weichholz und Platten, Türen, Küchenarbeitsplatten bis 50 mm5–50
T 301 BCPPrecision for WoodHCS2,591Weichholz und Platten, Türen, Küchenarbeitsplatten bis 50 mm · langes Blatt3–65
T 234 XProgressor for WoodHCS2–391Weichholz, Span-, Tischler- und Faserplatten · progressiv, langes Blatt3–65
T 308 BExtra-Clean for WoodHCS2,291Weichholz und nicht-abrasive Holzwerkstoffe – ausrissfreier Schnitt · langes Blatt5–50
T 101 BFClean for Hard WoodBIM2,774Hartholz, Laminate, beschichtete Platten/HPL; GFK/Epoxy bis 30 mm3–30
T 101 BRFClean for Hard WoodBIM2,574Laminate, beschichtete Platten, Küchenarbeitsplatten bis 45 mm · rückwärts gezahnt3–30
T 101 AIFClean for Hard WoodBIM1,777Hartholz, Laminate, beschichtete Platten/HPL, GFK/Epoxy – kein Ausriss2–30
T 101 BIFSpecial for LaminateBIM1,759Laminate, kunststoffbeschichtete Platten/HPL, Multiplexplatten1,5–15
T 144 DFSpeed for Hard WoodBIM4–5,274Hart- und Weichholz, alle Plattentypen, auch beschichtete5–50
T 344 DFSpeed for Hard WoodBIM4126dickes Hart- und Weichholz, alle Plattentypen · langes Blatt5–100
T 308 BFExtra-Clean for Hard WoodBIM2,291Hartholz und abrasive Holzwerkstoffe – ausrissfreier Schnitt · langes Blatt5–50
T 301 CDFClean for Hard WoodBIM391Hart- und Weichholz, beschichtete Platten/HPL · langes Blatt4–65
T 345 XFProgressor for Wood and MetalBIM2,4–5106Bauholz mit Nägeln, Holzwerkstoffe, Kunststoffe, Bleche, Rohre/Profile inkl. Alu · progressiv, langes Blattbis 65 (Holz) · 3–10 (Metall)
T 118 GBasic for MetalHSS0,767sehr dünne Bleche0,5–1,5
T 118 ABasic for MetalHSS1,1–1,567dünne Bleche1–3
T 218 ABasic for MetalHSS1,1–1,567dünne Bleche – speziell für Kurvenschnitt · Kurven1–3
T 118 BBasic for MetalHSS1,9–2,367mittelstarke Bleche2,5–6
T 318 ABasic for MetalHSS1,2106dünne Bleche, Rohre und Profile inkl. Alu bis 65 mm · langes Blatt1–3
T 318 BBasic for MetalHSS2106mittelstarke Bleche, Rohre und Profile inkl. Alu bis 65 mm · langes Blatt2,5–6
T 118 AFFlexible for MetalBIM1,1–1,567dünne Bleche und Lochbleche1–3
T 118 BFFlexible for MetalBIM1,9–2,367mittelstarke Bleche und Lochbleche2,5–6
T 118 EOFFlexible for MetalBIM1,557dünne Bleche und Lochbleche – speziell für Kurvenschnitt · Kurven1,5–4
T 318 AFFlexible for MetalBIM1,1106dünne Bleche, Lochbleche, Sandwich-Material, Rohre/Profile, GFK/Epoxy · langes Blatt1–3
T 318 BFFlexible for MetalBIM1,8106mittelstarke Bleche, Sandwich-Material, Rohre/Profile inkl. Alu · langes Blatt2,5–6
T 123 XProgressor for MetalHSS1,2–2,674dünne bis starke Bleche, Rohre und Profile inkl. Alu bis 30 mm · progressiv1,5–10
T 118 GFSBasic for InoxBIM0,857Inox / Edelstahl, rostfrei0,5–1,5
T 118 EFSBasic for InoxBIM1,457Inox / Edelstahl, rostfrei1,5–4
T 127 DSpecial for AluHSS374Aluminium und Buntmetall, Bleche, Rohre und Profile bis 30 mm3–15
T 227 DSpecial for AluHSS374Aluminium und Buntmetall – speziell für Kurvenschnitt · Kurven3–15
T 101 ASpecial for AcrylicHSS274Plexiglas, Polycarbonat2–20
T 141 HMSpecial for Fiber and PlasterHMGipskarton, Faserzement, GFK/Epoxy5–50
T 341 HMSpecial for Fiber and PlasterHM4,3106Gipskarton, Porenbeton, Faserzement · langes Blatt5–80
T 130 RiffSpecial for CeramicsHM-Körnung 3059weiche keramische Wandfliesen, Gusseisen – grober Schnitt5–15
T 150 RiffSpecial for CeramicsHM-Körnung 5059weiche keramische Wandfliesen, Gusseisen – feiner Schnitt5–10
T 113 ASpecial for Soft MaterialHCS74Karton, Styropor, Teppich, Leder, Gummibis 50
T 313 AWSpecial for Soft MaterialHCS126Karton, Styropor, Teppich, Leder, Gummi · langes Blattbis 100

Zahnteilung und verzahnte Länge in mm. „—" bedeutet: nicht in Zähnen angegeben (Hartmetallkörnung oder Messerschliff).

Zu Herstellern und Fremdmarken

Die hier erklärte Systematik stammt aus der Codierung der T-Schaft-Blätter, wie sie im deutschsprachigen Handel verbreitet ist. Andere Hersteller verwenden für ihre Blätter teilweise eigene Bezeichnungen (Makita zum Beispiel Nummern der Form B-xxxxx oder A-xxxxx), legen aber fast immer die entsprechende T-Nummer als Vergleichsangabe daneben. Prüfe bei No-Name-Sets im Zweifel, ob der Schaft wirklich T-Schaft ist – da wird gelegentlich getrickst.

Häufige Fragen zu Sägeblatt-Bezeichnungen

Was bedeutet das T am Anfang der Bezeichnung?

Das T steht für T-Schaft, auch Einnockenschaft genannt. Es beschreibt die Form des Endes, das in die Säge eingespannt wird: eine seitlich vorstehende Nocke, die werkzeuglos eingeklemmt wird. T-Schaft ist heute der Quasi-Standard und passt in praktisch jede aktuelle Stichsäge. Die Alternative ist der ältere U-Schaft mit U-förmiger Aussparung und Klemmschraube.

Was ist der Unterschied zwischen T 101 B und T 144 D?

Beide sind HCS-Blätter in Standardlänge für Weichholz und Platten. Der Unterschied liegt in der Zahnteilung: Das T 101 B hat 2,7 mm Zahnteilung mit geschliffenen Zähnen und schneidet langsam, aber sauber. Das T 144 D hat 4 bis 5,2 mm Zahnteilung mit geschränkten Zähnen und schneidet deutlich schneller, hinterlässt aber eine rauere Kante. Faustregel: T 101 B für Sichtkanten, T 144 D für den groben Zuschnitt.

Wofür steht das F am Ende, zum Beispiel bei T 144 DF?

Das F steht für Bi-Metall (BIM). Bei diesen Blättern ist ein zäher, biegsamer Trägerstahl mit harten HSS-Zähnen verschweißt. Sie brechen deutlich seltener als reine HSS-Blätter und bleiben viel länger scharf als HCS-Blätter. Der Aufpreis lohnt sich immer dann, wenn du Hartholz, MDF, Spanplatte oder beschichtete Platten sägst – also überall dort, wo das Material abrasiv ist.

Was bedeutet ein R in der Bezeichnung, etwa bei T 101 BR?

R steht für rückwärts gezahnt, im Englischen Reverse. Die Zähne zeigen nach unten statt nach oben. Normale Stichsägeblätter schneiden im Aufwärtshub und reißen dabei die Fasern auf der Oberseite des Werkstücks heraus. Ein rückwärts gezahntes Blatt schneidet im Abwärtshub und drückt die Fasern nach unten – die Oberseite bleibt sauber. Das ist die einfachste Lösung gegen Ausrisse bei beschichteten Platten und Laminat.

Was ist ein Progressor-Blatt und wann brauche ich es?

Progressor-Blätter tragen ein X im Namen, zum Beispiel T 234 X oder T 123 X. Bei ihnen wird die Zahnteilung von der Aufnahme zur Blattspitze hin gröber – am Schaft fein, an der Spitze grob. Dadurch deckt ein einziges Blatt einen breiten Materialstärkenbereich ab: Das T 234 X arbeitet von 3 bis 65 mm, das T 123 X in Metall von 1,5 bis 10 mm. Sinnvoll, wenn du nicht ständig wechseln willst oder unterschiedliche Stärken in einem Arbeitsgang hast.

Passen Sägeblätter verschiedener Hersteller in meine Säge?

Ja, sofern der Schaft übereinstimmt. Der T-Schaft ist ein herstellerübergreifender Standard – ein T-Schaft-Blatt passt in Sägen von Bosch, Makita, Metabo, DeWalt, Einhell und praktisch allen anderen. Achte bei sehr günstigen Sets darauf, dass tatsächlich T-Schaft angegeben ist und die Blattstärke im üblichen Bereich liegt (etwa 1,0 bis 1,5 mm). Zu dünne Billigblätter verlaufen stärker und brechen schneller.

Woran erkenne ich, welche Zahnteilung ich für mein Material brauche?

Bei Holz gilt: je feiner die gewünschte Kante, desto kleiner die Zahnteilung. Bei Metall gilt eine harte Regel – es müssen immer mindestens zwei bis drei Zähne gleichzeitig im Material greifen. Bei 2 mm Blechstärke brauchst du also eine Zahnteilung von höchstens etwa 1 mm. Greift nur ein einzelner Zahn, hakt er sich fest und das Blatt bricht. Die komplette Zuordnung findest du in der Material-Matrix.

Wie lange hält ein Stichsägeblatt?

Das hängt fast vollständig vom Material ab. In Weichholz schafft ein HCS-Blatt gut und gerne 20 bis 50 laufende Meter. In Spanplatte oder MDF kann dasselbe Blatt nach 5 Metern stumpf sein, weil der Leimanteil extrem abrasiv wirkt. In Hartholz ist ein HCS-Blatt oft schon nach wenigen Metern rund. Verlass dich nicht auf Zahlen, sondern auf die Anzeichen: Wenn du drücken musst, wenn die Säge deutlich lauter wird oder wenn der Schnitt anfängt zu qualmen, ist das Blatt fertig. Mehr zum Verschleiß →

Blätter nachkaufen

Sägeblätter sind Verbrauchsmaterial. Ein Grundstock aus drei Klassen – sauber, schnell, Kurve – kostet weniger als ein Restaurantbesuch und verändert das Ergebnis sofort sichtbar.

Grundausstattung Holz

Sägeblatt-Set Holz (T-Schaft)

Wer nur mit dem Blatt aus der Verpackung sägt, wird nie ein gutes Ergebnis bekommen. Ein Set mit sauberem, schnellem und Kurvenblatt deckt 90 % ab.

  • T 101 B – sauber, gerade
  • T 144 D – schnell, gerade
  • T 101 AO – Kurven
  • T 119 BO – Kurven, dünn

Beim Kauf beachten: Achte darauf, dass T-Schaft (Einnockenschaft) draufsteht. U-Schaft passt in moderne Sägen nicht.

Preis bei Amazon prüfen

* Affiliate-Link / Anzeige. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Metall

Sägeblatt-Set Metall (T-Schaft)

Für Blech brauchst du zwingend andere Blätter als für Holz. Ein Holzblatt in Blech bricht innerhalb von Sekunden.

  • T 118 A – dünnes Blech 1–3 mm
  • T 118 B – 2,5–6 mm
  • T 123 X – progressiv 1,5–10 mm
  • T 118 AF – Bi-Metall, bruchfest

Beim Kauf beachten: Bi-Metall-Blätter (Endung F) sind teurer, brechen aber deutlich seltener.

Preis bei Amazon prüfen

* Affiliate-Link / Anzeige. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Laminat & beschichtete Platten

Rückwärts gezahnte Blätter und Laminatblätter

Das wirksamste einzelne Mittel gegen Ausrisse auf der Sichtseite. Kostet wenig, verändert das Ergebnis sofort sichtbar.

  • T 101 BR – rückwärts gezahnt, HCS
  • T 101 BRF – rückwärts, Bi-Metall
  • T 101 BIF – Laminat, beidseitig sauber

Beim Kauf beachten: Rückwärts gezahnte Blätter arbeiten spürbar langsamer – das ist normal und gewollt.

Preis bei Amazon prüfen

* Affiliate-Link / Anzeige. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Für dich ändert sich der Preis nicht.